Awajishima -Japans Geburtsstunde-

Awajishima -Japans Geburtsstunde-

Izanagi und Izanami

Der Mythos der Entstehung Japans wird in den beiden Geschichtswerken „Kojiki“ und „Nishonshoki“ erläutert. Geschrieben im frühen 8. Jahrhundert, erzählen sie die Geschichte des Götterpaares Izanagi und Izanami. In einer Zeit, in der auf der Erde noch Chaos herrschte, hat Izanagi von der Himmelsbrücke Amanokibashi einen Speer ins Meer gestoßen. Beim Zurückziehen des Speeres löste sich ein Tropfen von der Spitze, fiel zurück zur Wasseroberfläche und verhärtete sich dort. So entstand die Insel Onokoroshima. Nachdem die beiden Gottheiten auf Onokoroshima hinabstiegen, entschieden sie sich zu heiraten. Nach und nach brachten sie die japanischen Inseln zur Welt und die erste Insel war Awajishima.

Danjiri

Vom Festland isoliert, umgeben von einer malerischen Natur und gesegnet von der einzigartigen Dynamik der Jahreszeiten, entwickelten sich in Japan viele verschiedene Bräuche und Unterhaltungskünste. Seit jeher glaubten die Japaner an die omnipräsente Existenz von Gottheiten überall in der Natur, sei es im Berg, im Wald oder im Wind und richteten ihre Gebete für Fruchtbarkeit und Wohlergehen an unterschiedlichste Götter. So verwundert es nicht, dass sich die charakteristischen Bräuche und Künste in starker Anlehnung an die Natur und Götter entwickelten. Schreinfeste auf Awaji bestehen deshalb aus verschiedenen Handlungen zur Ehrung der Götter. So ziehen die Menschen tragbare Schreine wie Mikoshi und Danjiri durch die Straßen und widmen den Gottheiten verschiedene Unterhaltungskünste wie Danjiri Lieder, den heiligen Kagura Tanz oder den Shishimai Löwentanz. Auch das Awaji-ningyô-jôruri entstand als Unterhaltungskunst zur Ehrung der Götter und wird bis heute unterstützt von den Bewohnern, welche noch immer an die Macht der Natur und Gottheiten glauben.